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vom 19. bis zum 22. Juni 2003

Klicke einfach auf die einzelnen Bilder, um zu einer vergrößerten Ansicht zu gelangen.

Frieder: Ich finde, dass es Mitte August langsam Zeit wird 'nen Rückblick zu schreiben, oder?
Christine: Ich brauche eine kleine Erinnerungshilfe, zeig mir doch noch mal eins von den Bildern.
F: Kein Problem, wir haben ein paar zur Auswahl. Wie wäre es mit diesem hier? 
C: Coole Truppe.
F: Fehlst nur noch du auf dem Bild. Ich bin ja 'mal wieder ziemlich mies getroffen.
C: Nach 3 Stunden Schlaf und 6 Stunden Nachtfahrt ist man eben nicht mehr all zu fotogen.
F: Immerhin waren wir voller Tatendrang. Hier sind wir an der Tramhaltestelle und warten auf die Bahn, die uns in die Altstadt bringt.
C: Kulinarisch kam jeder auf seine Kosten, da muss man eben Abstriche bei der Kultur machen.
F: Was heißt da Abstriche, immerhin trinkt Philipp sein Bier vor der Karlsbrücke, das ist schließlich das Wahrzeichen von Prag.
C: Da fällt mir ein... es hat immerhin zu einer Stadtführung gereicht.
F: Und das bei Nacht, wo man ja eigentlich gar nicht so viel von der Stadt sieht.
C: Das erhöht den Thrill-Faktor, schließlich wurde der Rundgang ja auch als Ghost-Tour angepriesen.
F: Stimmt, war doch sehr gruselig wie der Geist von Mario Marini plötzlich aus seinem Versteck hervor kam.
C: Wir haben uns zu Tode erschreckt, wie man an den spontan entstandenen Bildern sieht. 
F: Mein Favorit war ja der Geist des wildgewordenen Türken, der jeder blonden Frau gleich den Kopp abschlagen wollte. Ein Wunder, dass Steffi dem blutrünstigen Osmanen entrinnen konnte...
C: Zu dem Bild weiß ich nix mehr. Was war doch gleich die Story zu dem Metzgersburschen?
F: Keine Ahnung. Amnesie durch Erschrecken. 
C: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Trauma zu verarbeiten. Alkohol war schon immer eine davon.
F: Ganz so wild war es ja nicht. Wenn man aber schon einmal in Prag ist, kommt man um ein Gläschen Absinth eben nicht 'rum.
C: Ich persönlich hätte mir die Angst gerne von der Seele gesungen, aber die Karaoke-Bar war ja ein Flop. Die Absinth-Runde war definitiv feuriger als unser Kararoke-Animateur, der auf lateinamerikanische Schmusehits stand.
F: Rein geschmacklich geht Absinth ja mal überhaupt nicht, allerdings ist das Drumherum ziemlich kultig. Erst Zucker in Alkohol tränken und dann ganz stilvoll abfackeln. Die Show ist halt alles.
C: Apropos ganz stilvoll...
C: ... ein Hostel im Jugendhausstil mit ewig hohen Räumen und grünen Wänden hat 'was.
F: Bei dem Bild beeindrucken mich weniger die grünen Wände, viel mehr die Hingabe an die Körperhygiene.
C: Ich will eben auch 'mal gut hören. 
F: Am meisten Spaß hat es mir gemacht, Anja in den historischen Background Prags einzuweihen. Immerhin weiß sie jetzt, dass Frank Kafka, der berühmteste Bürger der Stadt, früher Torwart beim VfB war und Jan Hus eine Zeit lang für die Stones den Bass gezupft hat.
C: Und schon wieder Kultur, gepaart mit körperlicher Aktivität.
F: Beim Kulturspaziergang hat sich Maria als kompetente und belesene Führerin bewährt, nur die Sache mit Buschtav Eiffel wusste sie nicht.
C: Auch wenn es nach Trash aussieht, so erinnert mich dieses Foto doch wieder an Kultur. Philipp verdrückt noch schnell einen Burger, bevor wir uns auf urtschechisches Schwarzlichttheater einlassen.
F: Urtschechisch? Mich hat es eher an die 80er erinnert. Menschen in neongelben Gymnastikanzügen fliegen über die Bühne, dazu dudeln im Hintergrund die größten Synthesizerhymnen der Musikgeschichte. 
C: However, ich hab' mich amüsiert. 
F: Hier hatte es Stefan echt schwer mit uns und unserer Entscheidungsfreudigkeit. Irgendwie hatten wir an jedem Café etwas auszusetzen, aber dank seiner Führungsqualitäten hat er uns dann doch direkt an die Moldau gelotst. Kurz vorher haben wir übrigens Schockrocker Marilyn Manson gesichtet, ganz ohne Schminke. Blöd nur, dass der Fotoapparat gerade nicht greifbar war.
C: Was hätten wir gemacht ohne die beiden? Vermutlich wären wir unentschlossen und kulturell unterbelichtet durch die Gassen Prags geirrt und würden heute noch glauben, dass Vaclav Havel der Erfinder des TetraPaks ist.
F: Stimmt doch auch, frag' Philipp! Stefans dauerknurrender Magen hat immerhin dafür gesorgt, dass wir ausreichend Gastronomiebetriebe von innen gesehen haben und nach dem Wochenende zwei Kilo mehr auf die Waage brachten. Dafür war es aber immer sehr lecker.
C: Als Andenken an die guten kulinarischen Zeiten konserviere ich mindestens noch zehn böhmische Bagles in meiner Tiefkühltruhe.
F: Auf der Heimreise, beim letzten Halt in Tschechien, ging es darum, die letzten Kronen an den Mann zu bringen. 
C: Typisch für unsere Reise: Die letzte Kohle wird konsequent in Fressalien investiert. 
F: Vielleicht sollte man das Foto zu Werbezwecken an die tschechische McDonald's-Kette senden?
 
C: Ein Wunder, dass wir den Leihbus wieder mit nach Deutschland brachten, wenn man bedenkt, dass Herbergsvater Matthias bereits den dritten Wagen fährt. Von den Vorgängern fehlt jede Spur.
F: Vermutlich leisten die jetzt in Polen, Bulgarien oder sonst irgendwo hervorragende Dienste.
C: Dankbar sind wir auch, dass Osama B. ohne Leibesvisite die Grenze passieren durfte.
F: Es war wohl ein kluger Schachzug, den Kerl mit der Terroristenoptik nicht auf dem Fahrersitz zu platzieren. Aber dafür gibt es ja nette Frauen, die einen Zollbeamten mit ihrem Lächeln becircen können.
C: Die nächste Grenzüberschreitung startet am 27. Dezember... passer la frontière.
F: Hey Fräulein, Schluss mit der Werbung. Eigentlich solltest du noch sowas wie ein Fazit an den Mann bringen.
C: Okay, schee war's.